Mittwoch, 30. März 2011

Actionsampler die Erste

Was an digitaler Fotografie so toll ist: Dass man ganz ganz viele Bilder machen kann, Speicherkarten sind billig.
Was an analoger Fotografie so toll ist: Dass man nur ganz wenige Bilder machen kann, Filme und Entwicklung sind teuer.
Was an digitaler Fotografie so toll ist: Dass man sofort sehen kann, ob das Bild was geworden ist und bei falscher Belichtung etc. gleich noch eins macht.
Was an analoger Fotografie so toll ist: Dass man erst später sieht, ob das Bild was geworden ist - falsche Belichtung kann aber auch coole Effekte geben und man konzentriert sich mehr auf einen Schuss und knipst weniger.
Was an digitaler Fotografie so toll ist: Man kann die schlechten Bilder einfach löschen, man hat ja genug und muss nur die besten belichten lassen/ausdrucken.
Was an analoger Fotografie so toll ist: Jedes hat seinen Wert allein schon dadurch, dass es auf Papier vor einem liegt und dadurch so scheint, als sei es - wäre es digital - extra dafür ausgewählt.
...Ich versuche mich in letzter Zeit häufiger mit analogen Billig-Plastikkameras (Lomographie) - neben der Holga habe ich nun auch einen Actionsampler. DIESE FOTOS SIND NATÜRLICH ANALOG, also mit FILM entwickelt.
Heißt: vier Bilder auf einem Foto - und das durch vier Linsen nacheinander aufgenommen, innerhalb einer halben Sekunde. Natürlich kann man auch Sachen mit Photoshop zusammeschneiden, aber da wählt man ja wieder die besten Bilder aus. Heute kamen meine ersten Bilder - ich war überrascht, was so eine Kamera ohne Sucher, mit Fixfokus und fester Verschlusszeit (man kann also NICHTS einstellen, außer auf den Auslöseknopf zu drücken) alles kann. Hier ein paar der "Klassiker"-Bewegungsfotografien, die die Kamera so fotografiert hat und die man sonst vielleicht verwerfen würde.
 Cool finde ich vor allem, wie unscharfe Fotos in so einer Reihe bzw. Sequenz diese insgesamt aufwerten und es auf das Gesamtergebnis ankommt:

Kommentare:

  1. was an digitaler fotografie toll ist: man braucht keine "zweit-", "dritt-" oder "viertbilder" zur aufwertung des ersten einer sequenz, aufgrund ihres preises -auch wenn eine vernünftige speicherkarte erstmal ziemlich teuer ist- ist sie nahezu sozialdemokratisch und ökologisch vertretbar.
    was an deinen analogen fotos toll ist: sie sehen so aus, als wären sie uralt, obwohl sie es nicht sind. die wirken irgendwie nostalgisch, wohl eben wegen ihrer -aus technokratischem standpunkt ver-/beurteilt- rückständigkeit. die bilder gefallen mir! :)

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  2. find ich gut, was du da sagst!
    digitale fotografie hat unheimlich viele vorteile gegenüber der analogen, hier ist die entwicklung, die chronologisch nacheinaner (bzw. aufbauend) geschah, wirklich ein fortschritt im positiven, nicht nur im wandel-sinne.
    ich werde weiter immer digital fotografieren, analog bleibt einer spielerei - aber eine spielerei mit der konnotation der analogen fotografie, die die digitale einfach nicht hat. analog ist alt, überholt, aber dass sie dieses "uralt" konnotiert, wie du sagst, ist ein element, mit dem man spielen kann und das zum repertoire gehören sollte.
    (was ich noch interessant finde: mit der analogen kamera suche ich mir motive, die ich vielleicht mal am anfang, als ich eine woche eine gute digitalkamera hatte, damit fotografiert habe (hochspringen). das medium (den umgang damit lernen) ist für mich also doppelt nostalgisch.)
    (noch mehr zum thema "entschleunigung", "alte technik" bei den Lochkamerabildern - für ein foto braucht man eine halbe stunde mit dem ganzen heckmeck, und die bilder werden meist einfach überhaupt nichts. aber die konnotation... und kann man ja nicht so leicht mit photoshop nachmachen, auch wenn dieser auch gerne mal analoge techniken simuliert)

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