Mittwoch, 23. November 2011

Wenn es kein Keks ist, was ist es dann?

Die Technik - Stativ + Fernauslöser = animierte gif, ist nichts neues, auch nicht das Material Essen. Neu jedoch eine Bedeutung. Hierfür einen Bezug zu Descartes, 11. Abschnitt aus der 2. Meditation:

11. Betrachten wir diejenigen Gegenstände, von denen man für gewöhnlich annimmt, sie von allen würden am deutlichsten begriffen, d.h. Körper, die wir betasten und sehen, und zwar nicht Körper im Allgemeinen, denn diese allgemeinen Begriffe pflegen bedeutend verworrener zu sein, nehmen wir vielmehr irgendeinen Körper im Besonderen, z.B. dieses Stück Wachs. Vor kurzem erst hat man es aus der Wachsscheibe gewonnen, noch verlor es nicht ganz den Geschmack des Honigs, noch blieb ein wenig zurück von dem Dufte der Blumen, aus denen es gesammelt worden; seine Farbe, Gestalt, Grö0e liegen offen zutage, es ist hart, auch kalt, man kann es leicht anfassen, und schlägt man mit dem Knöchel darauf, so gibt es einen Ton von sich, kurz - es besitzt alles, was erforderlich scheint; um irgendeinen Körper ganz deutlich erkennbar zu machen. Doch sieh! Während ich noch so rede, nähert man es dem Feuer, - was an Geschmack da war, geht verloren, der Geruch entschwindet, die Farbe ändert sich, es wird unförmig, wird größer, wird flüssig, wird warm, kaum mehr lässt es sich anfasen, und wenn man darauf klopft, so wird es keinen Ton mehr von sich geben. Bleibt es denn noch dasselbe Wachs? Man muss zugeben - es bleibt, keiner leugnet es, niemand ist darüber anderer Meinung. Was an ihm also war es, das man so deutlich erkannte? Sicherlich nichts von dem, was im Bereich der Sinne lag; denn alles, was unter den Geschmack, den Geruch, das Gesicht, das Gefühl oder das Gehör fiel, ist ja jetzt verändert, und doch es bleibt - das Wachs.

Der Keks steht im Kontext zu "das moralische Gesetz in mir" von Kant, was ich irgendwie visualisieren will (wird hier also demnächst noch öfter auftauchen) - hier eine kleine arbeit zum thema "aber das moralisische Gesetz ist doch gar nicht empirisch wahrnehmbar / sichtbar!"

Freitag, 18. November 2011

Papiertheater. Komm mit, Moritz!



"Komm mit, Moritz" - ein Kinderbuch von Dieter Wiesmüller, als Papiertheater.
Ein Semesterprojekt in einem Kunstseminar, zusammen mit A. konzipiert, gebaut, gebastelt, geprobt und aufgeführt. Stand jetzt bis Dienstag in einer Ausstellung (Schwellengänge, KiBuM) in der Artothek, eine dort gezeigte Aufnahme gibt es auch bei YouTube, http://www.youtube.com/watch?v=33vwVFSq3GY - von unserer Dozentin hochgeladen und aufgenommen. Unter dem Stichwort Bühnenschwellen sind da noch die anderen Ergebnisse des Seminars zu sehen.
Der Sound ist eine Collage von ein paar Stücken von dem Soundtrack von Fluch der Karibik, mit ein paar Geräuschen aus dem Internet, ganz einfach auch mit Premiere zusammengeschnitten. Da wir live für die Bühnenbilder Umbaupausen brauchten, ist der Sound darauf zugeschnitten, deshalb gibt es zwischendurch diese schwarzen Bildschirme.

Samstag, 12. November 2011

Ein Fernsehabend

   
Untitled from Pia Schlechter on Vimeo.

wirres Blinken.
Ursprung: Ein Abend mit Germany's Next Topmodel und Boulevardkram danach, von Beginn des Jahres. für jede neue Einstellung (also Kameraperspektive etc.) ein abfotografiertes Standbild, jeweils direkt nach dem Schnitt.
"Die Apparatur, die die Leistung des Filmdarstellers vor das Publikum bringt, ist nicht gehalten, diese Leistung als Totalität zu respektieren. Sie nimmt unter Führung des Kameramannes laufend zu dieser Leistung Stellung. Die Folge von Stellungnahmen, die der Cutter aus dem ihm abgelieferten Material komponiert, bildet den fertig montierten Film. Er umfasst eine gewisse Anzahl von Bewegungsmomenten, die als solche der Kamera erkannt werden müssen [...]. So wird die Leistung des Darstellers einer Reihe von optischen Tests unterworfen[...]. Das Publikum fühlt sich in den Darsteller nur ein, indem es sich in den Apparat einfühlt. Es übernimmt also dessen Haltung: es testet." (Walter Benjamin: Das Kunstwerk im Zeitalter seiner technischen Reproduzierbarkeit, S. 24)

"In der Tat wird der Assoziationsablauf dessen, der diese Bilder betrachtet, sofort durch ihre Veränderung unterbrochen." (auch Benjamin, S. 39) 

und zu guter letzt noch mein schopenhauer der medienwissenschaften (bzgl. stellenwert im vergleich zur philosophie), Susan Sontag:
"Fotos sind einprägsamer als bewegliche Bilder - weil sie nur einen säuberlichen Abschnitt und nicht das Dahinfliegen der Zeit zeigen. Das Fernsehen ist eine Flut allzu wahllos aneinandergereihter Bilder, deren jedes das vorhergehende aufhebt. Jedes Standfoto ist ein bevorzugter Augenblick, verwandelt in ein dünnes Objekt, das man aufbewahren und immer wieder betrachten kann." (über fotografie, S. 23)
 
Die Männer


Dienstag, 8. November 2011

Meet-Up mit Kant

Zwei Dinge erfüllen das Gemüt mit immer neuer und zunehmenden Bewunderung und Ehrfurcht, je öfter und anhaltender sich das Nachdenken damit beschäftigt: DER BESTIRNTE HIMMEL ÜBER MIR, UND DAS MORALISCHE GESETZ IN MIR. Beide darf ich nicht als in Dunkelheiten verhüllt oder im Überschwenglichen, außer meinem Gesichtskreise, suchen und bloß vermuten; ich sehe sie vor mir und verknüpfe sie unmittelbar mit dem Bewusstsein meiner Existenz. Das erste fängt von dem Platze an, den ich in der äußern Sinnwelt einnehme, und erweitert die Verknüpfung, darin ich stehe, ins unabsehlich-Große mit Welten über Welten und Systemen von Systemen, überdem noch in grenzenlose Zeiten ihrer periodischen Bewegung, deren Anfang und Fortdauer. (Das zweite fängt von meinem unsichbaren Selbst ...an..., und stellt mich in einer Welt dar, die wahre Unendlichkeit hat, aber nur dem Verstande spürbar ist...
Immanuel Kant, Kritik der praktischen Vernunft, S. 300.
...erste gehversuche in einem neuen text-bild-seminar. Inspiration durch Stopmotionfilme auf der KiBum heute und von dem Film "Midnight in Paris", Woody Allen!, gestern.

Mittwoch, 2. November 2011

Drehen, Blinken und Münzeneinwurf

video
Kinder, wie macht man denn bloß die Internetqualität von Videos besser!
...hier: Schnittspielereien mit blinkenden Lichtern vom Bremer Freimarkt.